Deutscher Erdüberlastungstag 2024: Aktionsbündnis aus Rheinland-Pfalz fordert eine Ernährungswende

Ab dem 2. Mai leben wir in Deutschland ökologisch gesehen auf Kredit: Der deutsche Erdüberlastungstag markiert den Zeitpunkt im Jahr, an dem weltweit das jährliche Budget an nachhaltig nutzbaren Ressourcen und ökologisch verkraftbaren Emissionen aufgebraucht wäre, wenn die gesamte Weltbevölkerung so leben und wirtschaften würde wie wir in Deutschland. Die Weltbevölkerung bräuchte dann über drei Erden. Deutschland liegt mit seinem Pro-Kopf-Verbrauch und seinen Emissionen im obersten Viertel aller Länder.

Anlässlich des Erdüberlastungstags forderte das Aktionsbündnis „Rheinland-Pfalz bewegt was“ die Bundes- und Landesregierung auf, die Weichen zu stellen für eine Ernährungswende. „In Deutschland tragen vor allem die hohen Treibhausgas-Emissionen zur Überlastung der Erde bei – neben den Bereichen Strom und Verkehr betrifft das vor allem die industrielle Landwirtschaft“, erläutert Edda Treiber von der Lokalen Agenda 21 Trier e.V. und Sprecherin des Aktionsbündnisses. Laut Weltklimarat ist die Art und Weise wie wir uns ernähren und Landwirtschaft betreiben für bis zu 37% aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. In den vergangenen Wochen hatte das Bündnis Forderungen für eine Ernährungswende von Menschen aus ganz Rheinland-Pfalz gesammelt. Diese wurden in Form von Videobotschaften am 2. Mai an die Klimaschutzministerin Katrin Eder übergeben. Gerade Kommunen könnten mit einem guten Beispiel vorangehen. Denn sie erteilen jährlich öffentliche Aufträge in Milliardenhöhe, auch für Lebensmittel. „Menschenwürdige Arbeitsbedingungen dürfen bei Beschaffungen der öffentlichen Hand nicht in Frage stehen! Dies gilt insbesondere auch für Lebensmittel. Dafür müssen die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen verbindlich geregelt und glaubwürdige Produkte, wie z.B. aus dem Fairen Handel bevorzugt werden“, so Erik Dolch vom Entwicklungspolitischen Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz e.V.

Die Aktion fand in der IGS Mainz-Bretzenheim statt, ein Ort, an dem die Transformation des Ernährungssystems durch die Schuleigene 100%-Biomensa bereits gelebt wird.

Hintergrundinfos

Im Aktionsbündnis RLP bewegt was haben sich verschiedene Umwelt- und Bildungsorganisationen sowie kirchliche Gruppen zusammengeschlossen. Das Aktionsbündnis wird koordiniert von der Eine Welt-Fachpromotorin für Umwelt und Entwicklung in Rheinland-Pfalz. Sie vernetzet Akteur:innen der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit und unterstützen bürgerschaftliches Engagement durch Beratungs- und Koordinationsangebote. Mehr Infos unter www.elan-rlp.de/promotorenprogramm.

Beteiligte Organisationen

Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Rheinland-Pfalz
Bund der Deutschen Katholischen Jugend Diözesanverband Mainz
Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland – Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
BUNDjugend Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
Bürgerinitiative Energiewende Mainz
Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN) e.V.
Evangelisches Dekanat Mainz
Greenpeace Trier
Haus Wasserburg
Hochschule für Gesellschaftsgestaltung
Jugendzentrum „Auf der Höhe“ Trier
Katholische Hochschulgemeinde Landau
Kolpingwerk Diözesanverband Mainz
Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz
Lokale Agenda 21 Trier e.V.
Naturschutzbund Mainz und Umgebung e.V.
Naturschutzjugend Rheinland-Pfalz
Palais e.V.
Scientists for Future Regionalgruppe Trier
UrStrom BürgerEnergieGenossenschaft Mainz eG
Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
Weltladen-Dachverband e.V.

UrStrom BürgerEnergieGenossenschaft Mainz eG

Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.

Weltladen-Dachverband e.V.