Pressemitteilung zur Aktion zum Erdüberlastungstag am Samstag, 9. Mai in Mainz, Koblenz und Trier
Unser Kleiderkonsum wächst, unsere Erde nicht: Aktionen zum deutschen Erdüberlastungstag in Rheinland-Pfalz
Mit großen Kleiderbergen im öffentlichen Raum macht das Aktionsbündnis „Rheinland-Pfalz bewegt was“ in Mainz, Koblenz und Trier am 9. Mai auf die drastischen Folgen unseres Kleidungskonsums aufmerksam. Anlass ist der deutsche Erdüberlastungstag, der in diesem Jahr auf den 10. Mai fällt. Würden alle Menschen weltweit so leben und wirtschaften wie wir in Deutschland, wären ab diesem Tag alle erneuerbaren Ressourcen aufgebraucht, die eigentlich für das gesamte Jahr reichen müssten. Ab dann leben wir auf Kosten anderer – insbesondere der Menschen im Globalen Süden und zukünftiger Generationen.
Im Zentrum der Aktionen stehen große Kleiderberge aus gesammelten Altkleidern, die symbolisch den Massenkonsum von Kleidung sowie den enormen Ressourcenverbrauch der Modeindustrie darstellen. Kaum ein Konsumbereich hat in den letzten Jahren so stark an Dynamik gewonnen wie die sogenannte „Fast Fashion“ – mehr als 60 neue Kleidungsstücke kauft im Schnitt jeder Deutsche im Jahr.
„Wir leben so, als hätten wir drei Planeten, dabei haben wir nur einen“, betont Edda Treiber ELAN-Fachpromotorin von der Lokalen Agenda 21 Trier e.V. und Sprecherin des Aktionsbündnisses. Fast Fashion steht für ein System, das auf Verschwendung basiert. Für die Produktion unserer Kleidung werden große Mengen an Wasser, Energie und Rohstoffen benötigt, während gleichzeitig weltweit Menschen unter schlechtesten Arbeitsbedingungen Kleidung für den globalen Markt produzieren.
„Wir kaufen billig ein – doch den wahren Preis zahlen andere: Menschen im Globalen Süden und die Umwelt“, so Erik Dolch vom Entwicklungspolitischen Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz e.V. Das Bündnis ruft dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und den eigenen Konsum zu hinterfragen – weniger kaufen, länger nutzen, reparieren oder tauschen. Gleichzeitig betont das Bündnis, dass die Verantwortung für einen Wandel nicht allein bei den Konsumentinnen liegen darf. Denn diese stehen am Ende einer komplexen globalen Lieferkette, auf deren Bedingungen sie nur begrenzten Einfluss haben.
„Es ist wichtig, das eigene Verhalten zu hinterfragen – aber es reicht nicht aus, die Verantwortung allein auf Einzelne abzuwälzen“, so Lea Kessler ELAN-Fachpromotorin von der BUND Regionalgruppe Koblenz. Ein grundlegender Wandel in der Modeindustrie kann nur gelingen, wenn politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die soziale und ökologische Standards verbindlich machen, wie es das Lieferkettengesetz vorsieht.
Kontakt:
Edda Treiber
(Eine Welt-Fachpromotorin für Klimagerechtigkeit und globale Ressourcen, Lokale Agenda 21 Trier e.V.)
treiber@la21-trier.de
Aktionen zum Erdüberlastungstag (für Bild-/Filmaufnahmen und Interviews geeignet)
Wann:
Sa, 09.05.2026
Wo:
Mainz: Emmeransstraße Ecke Pfandhausstraße, 12 bis 14 Uhr
➔ Ansprechperson: Edda Treiber (treiber@la21-trier.de)
Koblenz: Jesuitenplatz, 10 bis 13 Uhr
➔ Ansprechperson: Lea Kessler (lea.kessler@bund-rlp.de)
Trier: Fleischstraße Höhe Kornmarkt, 11 bis 14 Uhr
➔ Ansprechperson: Stefanie Schiele-Grahl (stefanie.schiele-grahl@taw-trier.de)
PM_Deutscher Erdüberlastungstag 2026_Fast Fashion
Zum Hintergrund:
Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Tag, an dem die Erdüberlastung erreicht ist (Earth Overshoot Day). Dabei werden zwei rechnerische Größen gegenübergestellt: zum einen die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emissionen, zum anderen der Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Lebewesen, den die Menschen derzeit für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise haben. Neben dem globalen Erdüberlastungstag werden auch die länderspezifischen Erdüberlastungstage errechnet.
Im Aktionsbündnis RLP bewegt was haben sich verschiedene Umwelt- und Bildungsorganisationen sowie kirchliche Gruppen zusammengeschlossen. Das Aktionsbündnis wird koordiniert von der Eine Welt-Fachpromotorin für Klimagerechtigkeit und globale Ressourcen in Rheinland-Pfalz. Sie vernetzt Akteur:innen der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit und unterstützt bürgerschaftliches Engagement durch Beratungs- und Koordinationsangebote. Mehr Infos unter www.elan-rlp.de/promotorenprogramm.
Beteiligte Organisationen
Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Rheinland-Pfalz Bund der Deutschen Katholischen Jugend Diözesanverband Mainz Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) – Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
BUNDjugend Rheinland-Pfalz
Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN) e.V. Evangelisches Dekanat Mainz Greenpeace Trier Haus Wasserburg Hochschule für Gesellschaftsgestaltung
Jugendzentrum „Auf der Höhe“ Trier Katholische Hochschulgemeinde Landau Kolpingwerk Diözesanverband Mainz Lokale Agenda 21 Trier e.V. Naturschutzbund Deutschland (NABU) – Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
Naturschutzbund (NABU) Mainz und Umgebung e.V. Naturschutzjugend im NABU Rheinland-Pfalz Palais e.V. Scientists for Future Regionalgruppe Trier UrStrom Bürgerenergie eG Mainz Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
Verkehrsclub Deutschland (VCD) Kreisverband Rheinhessen e.V. Weltladen-Dachverband e.V.